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White Island – Wenn der Vulkan ausbricht und du denkst was geht denn jetzt hier ab.

White Island ist die einzige aktive Vulkaninsel Neuseelands. Man kann sie nur per geführter Tour erkunden. Entweder mit dem Boot für 199$, die Tour dauert um die 6 Stunden oder per Helikopterflug für einige Dollars mehr. Wie man es macht, spielt keine Rolle. Ein Highlight ist es so oder so. Und das beste oder auch gefährlichste daran ist, dass der Vulkan jeden Tag ausbricht.

Dinge, die man unbedingt mitnehmen muss:

  • Feste Schuhe mit Grip
  • Regenjacke
  • Wasserflasche
  • Sonnencreme
  • Kamera
  • Badesachen im Sommer

Und nun gehts auch schon los.

1. White Island Vulkan Neuseeland – Ein Vulkan der seinesgleichen sucht

Morgens um 9.45 Uhr war Check-In.

10.15 Uhr Aufbruch mit dem Boot.

Das Boot tuckert langsam aus dem Hafen Whakatanes raus aufs offenen Meer.

Links lassen wir Whale Island liegen, der Namen entstammt einer im 19. Jahrhundert errichteten Wahlfangstation.

Die Küste Neuseelands wird immer kleiner.

2. Delfine

In weiter Ferne tauchen schwarze fliegende Flecken auf. Was das wohl ist?

Mein erster Gedanke war Delfine.

Je näher wir mit dem Boot kamen desto klarer konnte man sie sehen.

Bis wir dann direkt mitten in einem Schwarm Delfine fuhren.

White Island Neuseeland

Ist das nicht einfach nur geil ey?

Delfine. Hunderte. Und da schwimmen doch tatsächlich auch noch Delfinbabys.

White Island_16

Die Delfine führen Pirouetten, Sprünge und Überschläge vor. Wie als ob sie uns eine eigene Show abliefern wollen. Herrlich.

Schon das alleine war die ganze Fahrt wert.

Das Boot nimmt langsam richtig Fahrt auf. Die Delfine werden auch schneller. Versuchen mit dem Boot mitzuhalten. Springen meterweit aus dem Wasser. Geiler Anblick.

White Island_15

Dann verlieren sie die Lust und drehen bei.

3. Die Besteigung eines aktiven Vulkans

White Island kommt immer näher. Der rauchende aktive Vulkan stösst seine weiße heiße Asche in die Luft.

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Oh Yeah. Gleich gehts aufs Eiland. Wandern in einem aktiven Vulkan. Bin mal gespannt, ob ich Lava sehen werde. Mit einem kleinen Beiboot werden wir an Land gebracht.

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Den halben Anleger haben die einschlagenden Wellen schon entzwei gerissen. Und dann steh ich auf dem Boden eines aktiven Vulkans.

Wie sich das anfühlt? Aufregend und ein bisschen Wahnsinn gehört natürlich dazu.

Langsam machen wir uns an Asche, riesigen Felsbrocken auf in Richtung Vulkankrater.

Links an den Schwefelfeldern vorbei. Uh stinkt das hier. Hab ich schon erwähnt, dass ich einen Helm und eine Gasmaske bekommen habe. Mega oder?

White Island_2

Wir bekommen Bonbons gegen die Schwefelgase, die sollen uns vom Husten abhalten, da sie die Gase neutralisieren.

Es weht mir natürlich gleich eine fette, nach faulen Eiern stinkende Schwefelwolke ins Gesicht. Ich muss husten. Gleich die Gasmaske aufsetzten. Ahh schon viel besser. Fühlt man sich gleich wieder wie in Rotorua.

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Der Krater kommt immer näher. Die Anspannung steigt ins Unermessliche. Werd ich zum ersten Mal in meinem ganzen Leben Lava sehen? Ich werde es gleich herausfinden.

Mit erwartungsvollen Blicken schaue ich über den Rand.

Nein, keine Lava.

White Island_8

Stattdessen erblicke ich eine giftgrüne rauchende Suppe voll etwas. Das hatte ich jetzt nicht erwartet. Ein bisschen enttäuscht bin ich nun schon. Naja egal. Der Vulkan soll wohl inzwischen nur noch Asche und Felsen ausspucken. Aber hey.

 

Ich steh auf einem aktiven Vulkan und schaue in die Fratze dessen was die Unterwelt so ausspuckt.

Wahnsinn.

White Island_7

Weiter gehts mit der Tour. Wir kommen an einem kleinen Schlammsee vorbei. Da blubbert es, nicht weil es so kocht, nein weil Gase sich an die Luft bahnen. Anfassen würde ich es trotzdem nicht. Hat schon so um die 60°.

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Wir machen halt an zwei kleinen Bächlein. Hier durften wir das Wasser testen. Was ich natürlich gleich gemacht habe. Schmeckt irgendwie komisch schwefelig. Das Wasser hat den gleichen PH Wert wie Zitronensaft. In kleinen Mengen soll das ja nicht tödlich sein. Hoffe ja inständig, dass ich das überlebe.

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Ein paar Meter weiter erklärt uns unser Guide, dass der Vulkanboden auf dem wir hier stehen wabenartig aufgebaut ist. Wie so ein Bienennest. Um uns das zu demonstrieren wirft er einen großen Stein auf den Boden. Ein dumpfer Klang ertönt. Zum Glück brach der Boden nicht ein.

Er erzählte uns noch eine kleine Geschichte, die sich vor 4 Jahren hier ereignete, als es ein paar Tage geregnet hat und sie nicht auf die Insel wegen schlechtem Wetter konnten.

Der Regen hatte den Boden auf einem der Pfade, auf denen die Tour entlang ging, aufgeschwemmt uns so weich gemacht dass der Boden einbrach. Als die Guides am nächsten Tag mit einer Gruppe wiederkamen, konnten sie an dieser Stelle nicht mehr vorbei. Der Regen hatte ein riesiges klaffendes Loch hinterlassen. Sie testeten mit Steinen die Tiefe des Loches. Den Aufschlag konnten sie nicht hören.

Tage vor dem Regen gingen dort noch Menschen über die Stelle und jetzt ist da ein riesiges Loch.

Und was soll uns das jetzt sagen fragst du dich?

Es ist und bleibt ein aktiver Vulkan der seine Naturgewalt jederzeit ausspielen kann.

White Island_6

Weiter gehts durch die Ruinen der Schwefelabbauanlagen. Die waren zu der Zeit echt irre.

Zurück zum Anleger. Wieder mit dem Gummiboot aufs Schiff.

4. Seeigel

Auf dem Schiff hab ich mir gleich alle Sachen vom Leib gerissen und bin ins kühle Nass des Pazifik gesprungen bin. Brrr. Kalt. 18.5° rum hat der Captain gesagt.

Dann gab es erstmal Mittagessen und wir fuhren unterdessen zu einer Bucht um die Ecke.

White Island_4

Bei der wir dann eine halbe Stunde Pause machten. Baden, Schnorcheln. Alles was das Herz begehrt. Viele Fische sah ich nicht, doch man konnte bis zum Grund sehen. 10m waren es bestimmt.

Die Guides holten frischen Seeigel vom Boden. Ich probierte diesen natürlich gleich. Ja das „Fleisch“ kann man essen. Schmeckt irgendwie nach Austern. Schön salzig.

White Island_3

Dann ging es zurück.

Ich saß natürlich ganz vorne am Bug, wo einen das Wasser nur so ins Gesicht spritzt.

Nass bis auf die Unterhose.

Ein perfekter Tag.

3 Kommentare

  1. J. M. Schmaderer

    Hallo Sven,
    wir feiern heute Heiligabend und haben an dich gedacht,
    wie es dir so geht im fernen Neuseeland.
    Wir haben gehört, dass du im Februar zurückkommst da hast du bestimmt
    viel zu erzählen.
    Wir wünschen dir schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

    Viele Grüße

    Maria und Josef

  2. Maier

    Zufälle gibt es,
    Da hört man Jahre lang nix von einander.
    Verliert komplett den Kontakt (aus den Augen aus dem Sinn).
    Und plötzlich sieht man im Internet ein Bild von einem den man früher Guten Freund nannte.
    Hoffe es geht dir gut,Gruß von einem alten Freund Maier

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