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Pancake Rocks – Ein kleines Weltwunder

Wenn man von Nelson aus Richtung Westen fährt kommt man unausweichlich zur Westküste der Südinsel Neuseelands und von da aus direkt zu den Pancake Rocks. Zuerst kommt man am Abel Tasman National Park vorbei, bevor es dann auf zur Westküste geht.

Mein Plan war es mit Stray bis nach Queenstown runter zu fahren und dann hoch nach Blenheim, um dort dann bei Dave ein paar Tage auf dem Weingut zu verbringen. Um danach dann auf die Nordinsel nach Wellington überzusetzen. Die ganze Tour sollte ungefähr zwei Wochen in Anspruch nehmen.

Marahau – Abel Tasman National Park

Den ersten Halt haben wir für zwei Tage in Marahau im The Barn Hostel gemacht. Das Hostel liegt direkt am Eingang zum Abel Tasman National Park.

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Man glaubt es nicht aber man hat aus den Duschen und Toiletten heraus sogar Meerblick.

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Für den Abend war Gruppendinner angesagt. Hamburger standen auf der Speisekarte. Man glaubt es kaum aber wir haben danach noch den zweiten Teil von Herr der Ringe angeschaut.

Den zweiten Tag hatten wir alle zur freien Verfügung. Die einen gingen Fallschirmspringen und die anderen Kajaken oder Wandern im Abel Tasman Park. Ich blieb in der schönen Gegend ums Hostel herum, da ich ja schon zu genüge den Park erkundet habe. Meint man. Ich ging aber dann doch noch los und hab mich aufgemacht die Umgebung näher zu erkunden. Was sich natürlich gelohnt hat, den man braucht ja in Neuseeland nicht mal fünf Minuten gehen und fühlt sich schon wie in einer anderen Welt. Nach einer Weile des herumschlenderns fand ich mich in in einem Garten wieder der schöne herausgearbeitet Holzkunstwerke zur Schau stellte. Ideen haben die hier schon, das muss man ihnen schon lassen.

Nach gefühlten Stunden des herumirrens befand ich mich auf einmal am Beginn des Abel Tasman Track, einem der neun Great Walks in Neuseeland. Ich erinnerte mich noch daran wie ich den Track vor zwei Monaten gelaufen bin und genau an dieser Stelle herauskam. Da fallen einem dann immer wieder die schönen Dinge der Vergangenheit ein.

Ich musste mich dann gleich mal nach den Steinkünsten umschauen, die fremde Menschen im knietiefen Wasser hinterlassen hatten. Mit Steinen geschriebene Sätze. Das einzige was ich noch gefunden habe war “U Rock”, die anderen waren wohl weggetragen worden. Da musste ich doch gleich mal lachen und mich lautstark bedanken.

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Wie du inzwischen bestimmt schon mitbekommen hast, liebe ich es meine Füße hochzustrecken und dann ein Bild davon zu machen. Was ich natürlich hier auch gemacht habe.

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Was macht der Sven wenn er mal keine Ahnung hat wo er noch hin möchte. Ja genau einfach mal der Nase nach, denn irgendwo kommt man ja immer raus. So lief ich auch einen kleinen Pfad entlang der mich direkt ans Meer führte, von wo aus ich ganz viele Vögel beobachten konnte.

Bevor ich dort ankam musste ich mich noch durch Schlammpfützen und Wasserstraßen wagen. Meine Schuhe schrieen jauchzend vor Freude.

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Langsam mit schweren Schritten lief ich zurück zur Unterkunft um mich dann mit den anderen über ihren abenteuerlichen Tag zu unterhalten. Kajaken und Fallschrimspringen. Mit strahlenden Augen berichteten sie mir wie sie sich todesmutig in den Abgrund gestürzt hatten, ihren inneren Schweinehund überwunden und mit einem Siegerlächeln am Boden ankamen. Man sitzt dann da und freut sich mit den Menschen über ihr Glück.

Pancake Rocks

Am nächsten Morgen brachen wir sehr früh auf, denn wir hatten einen langen Tag vor uns, denn es sollte zu den Pancake Rocks in Punakaiki gehen, um dann mitten im Regenwald in einer gemütlichen Hütte zu nächtigen. Du fragst dich jetzt bestimmt warum jemand so komische Felsen Pfannkuchenfelsen nennt? Ja das wirst du gleich selbst sehen. Denn als wir dort ankamen staunte ich selbst nicht schlecht. Und das interessante an den Gesteinsformationen ist, dass bisher niemand herausgefunden hat wie diese sich gebildet haben. Also falls du mal ganz viel Zeit hast, kannst du ja mal daran forschen. Neuseeland würde sich freuen wenn sie die Fakten hinter der Magie kennen würde.

Zwischenhalt haben wir  beim Cape Foulwind Walkway gemacht. Einer langgezogen Sandbucht auf der die Wellen nur so einbrachen. Wenn man dort einen kleinen Pfad entlang der Küste läuft dann kommt man zu einer Robbenkolonie mit ihren spielenden Jungen. Ich musste natürlich gleich Bilder davon machen.

Und so fuhren wir Kilometer um Kilometer weiter unserem Ziel den Pancake Rocks entgegen. Bis wir dann eeendlich ankamen. Da war ich also bei einem der vielen Naturwunder der Welt. Den Pancake Rocks. Die so majestätisch im Wasser stehen als ob sie sich gegen alles stemmen könnten was auf sie zukommt. Doch leider wird es sie leider irgendwann nicht mehr geben, denn das Meerwasser nagt an ihnen. Millimeter für Millimeter. Jahr für Jahr. Die Faszination lässt sich nicht in Worte fassen. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Punakaiki

Nach dem wir alle glücklich und mit offenem Mund wieder beim Bus ankamen, fuhren wir auch schon weiter zum Hostel „Te Nikau Retreat“ mitten im Regenwald, dem Sonnenuntergang entgegen. Es lag echt mitten im Regenwald. Riesige kleine Hütten im Wald. Mit jeweils einem riesigen Schlafraum für sieben Personen und einer Küche die man nur von außen erreichen kann. Wenn es nachts draußen nicht so kalt wäre, dann würde das hier ein Traumparadies sein. Zum Glück hatten wir drei große Heizer die uns einheizten. Dort lernte ich auch die vier Irischen Mädels, Ann-Marie, Siobhán, Kathrine, Emma kennen, die mit den zwei aus den USA kommenden Andy und Sidney, Michaela aus Deutschland, Ardine aus den Niederlanden und mir eine Hütte teilten. Seitdem waren wir eigentlich unzertrennlich. Kälte schweißt wohl zusammen.

Während wir da so sitzen und liegen driftete ich langsam ins Traumland ab, bis ein absolut lauter Schrei mich aufweckt. Herzkasper. Da sitzte dann aufrecht im Bett und weißt erstmal nicht wo vorne und hinten ist. Was los sei fragte ich erstmal. Ardine plapperte irgendwas unverständliches von einem Getier auf ihrem Bett. Bis ich es dann auch sah. Ach da sitzt das Insekt Weta, zählt zu den Langfühlerschrecken und kann bis zu 9cm groß werden, und starrt sie an. So cool wie ich halt immer bin wenn so was passiert schnappte ich mir das Viech und trug es zur Tür hinaus und entließ es der Freiheit. Die anderen starrten mich so ungläubig an als ich wieder reinkam. Wie konntest du nur so ruhig bleiben hieß es. Erst gepennt und dann auch noch so cool das Tier hinausgetragen. Wer schon Vogelspinnen und sonstiges Getier auf der Hand hatte, den kann so bald wohl nichts mehr schocken. Ja, doch, es gibt schon noch so einiges. Das muss ich wohl von meiner Mutter haben. Die schockt nämlich auch nichts. Da begann dann erstmal die große Suche ob sich nicht doch noch ein Weta irgendwo versteckt hat. Zum Glück nicht und wir konnten uns alle ganz entspannt zur Ruhe legen.

Was denkst du? Wie lange wirds die Pancake Rocks noch geben? Ich hoffe ja noch so einige Jahre.

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