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Nelson und ein Gefühl von Heimat

Wie fängt man eine Geschichte an die sich über fast vier Monate zieht? Zumindest nicht mit „Es war einmal.“ Ich möchte auch nicht jeden einzelnen Tag wieder geben, denn Nelson ist viel mehr als das. Es ist eine Geschichte über Freude, lachen, weinen, glücklich sein aber auch über verloren sein, Herzschmerz und vielleicht ein wenig Liebe. Wie das Leben halt so spielt. Sie wird in Chaos ausarten, denn mir fällt bestimmt immer Mal wieder etwas neues ein, das ich fast vergessen hatte.

Warum gerade Nelson fragst du dich bestimmt? So wie ich gehört habe sei Nelson die sonnenstundenreichste Stadt Neuseelands und somit war mir klar, dass ich den Winter über hier verbringen möchte. Jetzt sitz ich hier in Marahau auf der Terrasse von The Barn, hab den Ozean im Blick, die Vögle zwitschern und sinniere über die Zeit in Nelson. Es fühlt sich wie Sommer mitten im Winter an. Das Meer rauscht, die Blätter der Bäume rascheln leise und eine leichte Brise zieht übers Land.

Nelson – die sonnenreichste Stadt Neuseelands

Ich hatte ja nen Skydive gebucht. 16500 Fuß ( ungefähr 5km), 70 Sekunden freier Fall. Nur leider war der Termin erst eine Woche nach meiner Ankunft in Nelson. Für die ersten Tage hatte ich mich ins Paradiso einquartiert, ein chilliges Partyhostel. Kostenloses Internet über Wifi, kostenloses Frühstück und kostenlose Suppe zu Abend, nen Pool, nen Hot Spa Pool und sogar ne Sauna. Im Prinzip braucht man hier überhaupt kein Geld ausgeben. Ich möchte dir ja auch von den Leuten erzählen, die ich hier kennengelernt habe und wie es der Zufall will traf ich doch tatsächlich Hannes, den Hannes, der bei Bernie in Christchurch gewohnt hatte, bei dem ich auf der Couch gepennt hatte. Ich traf nicht nur Hannes, ich traf sogar die zwei Mädels aus Dunedin. Die Welt ist so klein, eher Neuseeland. Das witzige ist ja, dass sogar Markus und Fritz hier in Nelson sind. Leider mussten die beiden oder wollten die beiden am nächsten Tag weiter ziehen, so quatschten wir ne zeitlang und hatten ne gute Zeit zusammen.

Nach drei Tagen Party hatte ich dann genug und zog ins 200 Meter entfernte Tasman Bay Backpackers. Ein etwas ruhigeres Hostel.

Tasman Bay Backpackers – it’s all about the people
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Mein Bett im Tasman Bay Backpackers

Tja und hier beginnt sie eigentlich erst richtig, meine Geschichte die ich dir erzählen möchte. Mit Uli, dem deutschen Auswanderer, der hier einen der zwei Manager Posten inne hat. Lebt seit 15 Jahren mit seiner Familie in Neuseeland. Inzwischen ist er auch nach Neuseeland immigriert und hat einen neuseeländischen Pass. Bis ich aber erst mitbekommen habe dass er aus Deutschland kommt hat es  ein paar Tage gedauert, denn er hat keinen deutschen Akzent und spricht nur englisch. Hatte ihn auch mal gefragt ob er überhaupt noch deutsch kann. Natürlich meinte er :D Oh da fällt mir doch ein, dass ich ihn fragen wollte ob er seinen Kindern deutsch beigebracht hat. Jetzt war ich hier schon so lange und hab es doch vergessen.

Uli, der die deutsche Flagge während der Fußballweltmeisterschaft hochgehalten hatte und bei jedem deutschen Spiel mitgefiebert hat. Ich muss auch dazu sagen, dass er hier in Neuseeland natürlich auch Fußball spielt. Da erinnere ich mich doch gerade an etwas total witziges. Eines Tages war ein Schreiner im Hostel. Ein deutscher, schwäbisch sprechender Schreiner. Und das witzige daran war, der Schreiner spricht zu Uli Deutsch und Uli antwortet in Englisch. Ich hab mich gebogen vor lachen. Das war eine total verrückte Konversation. Wobei Uli auch mal deutsche Sätze eingeworfen hat. Mit mir hat er nie ein deutsches Wort gewechselt fällt mir da gerade ein. Hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Aber auch mal aufmunternde Worte wenn man sie gebraucht hat. An was ich mich wohl lange erinnern werde, ist, als ich gerade in den Bus einsteigen wollte, der Nelson verlässt, Uli nochmals auf mich zugekommen ist und meinte “ Wenn es dir in Wellington langweilig wird, weißt du ja wo du immer willkommen bist”.

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Uli und ich

Fallschirmspringen – so sieht also ein Vogel die Welt

Der Tag des Fallschirmsprungs rückte immer näher. Mein erster Tandemsprung. Ich hoffe auf super Wetter, denn es regnete die ganze Woche über schon. Und dann war da noch das Kite Surfen. Das ich schon immer mal ausprobieren und lernen wollte. Da ich die Wahl zwischen zwei Kite Surf Schule hatte, fiel die Auswahl auf die Kite-Surf-Schule von Warren. Er spricht Deutsch und hat schon in Deutschland mit seiner deutschen Frau gelebt und an der Nord oder wars die Ostsee Kite Surf Stunden gegeben. Doch das Kite Surfen ist Wind- und Wetter abhängig somit rückten die ersten Stunden wohl in die weite Zukunft.

Nicht so das Fallschirmspringen, den das kam von Stunde zu Stunde immer näher. Bis es nur noch Minuten waren. Ja was denkt man denn da, was fühlt man in den letzten Minuten, gar Sekunden vor dem Absprung? Ich war aufgeregt, weil ich mich so sehr darauf gefreut habe. Ich hatte keine Angst. Okay, vielleicht in der letzten Sekunde vor dem Sprung. Doch da hat man keine Zeit darüber groß nachzudenken, denn es geht am Ende alles so schnell. Ich denke Bungy Jumping ist da krasser, denn da muss man selbst springen, nicht wie beim Skydive, da springt der Tandemmaster, der an dir festgekettet ist. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Diese Sekunden im freien Fall. Sie fühlen sich nach 200 km/h auf der Autobahn mit einem Cabrio mit offenem Dach an. Kein Achterbahngefühl, kein Schiffschaukelgefühl, das ist eh das krasseste Gefühl was es überhaupt gibt.

Freee like a bird

Freee like a bird

Höhenangst? Gibt es hier nicht, da das Gehirn nicht damit klar kommt, dass man Kilometer über der Erde fliegt. Das abrupte abbremsen, das man in den Videos immer sieht, wenn man den Fallschirm öffnet gibt es nicht, man wird einfach langsamer. Das sieht nur immer so aus weil der Kameramann ein Stückchen weiter im freien Fall fliegt und somit schneller ist. Mysterium gelöst. Es war der perfekte Morgen für den Sprung, keine Wolken, kein Wind, einfach nur perfekt sonnig. Wer mehr über meinen Fallschirmsprung lesen möchte. Hier habe ich mehr darüber geschrieben.

Kitesurfen – wie der Wind meine Welt auf den Kopf stellt

Kaum bin ich wieder fünf Minuten im Hostel, schreibt mir Warren von der Kite-Surf-Schule ne SMS ob ich denn heute in circa einer Stunde Zeit hätte. Wow das ging ja schneller als ich gedacht hatte. Der Himmel zieht inzwischen langsam zu, dunkle Wolken ziehen auf. Es scheint so als ob es bald regnen sollte. Ich musste mir nur noch überlegen wie ich zum Strand komme, der ungefähr eine Stunde Fußmarsch entfernt liegt. Zum Glück kann man hier im Hostel kostenlos Fahrräder ausleihen. Jetzt muss ich nur noch jemanden finden der die Kombination für das Zahlenschloss weiß. Ich war schon kurz davor Warren abzusagen, als ich doch noch jemanden fand der die Kombination kannte. Somit konnte ich aufgeregt zum Strand radeln.

Angefangen hat er die vier Stunden andauernde Session mit den Windrichtungen und dem Windfenster. Ich möchte jetzt auch nicht zu sehr ins Details gehen. Dann war es Zeit das theoretische ins praktische umzusetzen. Das erste Mal den Kite/Drachen steigen lassen. Wir haben mit dem “kleinen”  angefangen. Der kleine maß auch schon drei Meter, also so klein war er dann auch nicht. Wow ich war ganz schön überrascht was der Kite für nen Zug drauf hat. Das wichtigste was man überhaupt lernen muss, ist, einfach loszulassen wenn etwas schief läuft. Dann hat der Drache keinen Zug mehr und fällt einfach in sich zusammen. Das sagt sich so einfach, denn der Mensch will sich in kritischen Phasen immer irgendwo festhalten. Mit der Zeit wird man natürlich mutiger, bis man dann mal drei Meter durch die Luft geschleudert wird, weil man vergessen hat loszulassen. Das ist mal ein Adrenalinkick.

Die ersten paar Stunden sind eigentlich nur dazu da auf dem Strand erstmal ein Gefühl für den Kite zu entwickeln. Also noch kein Wasserspass :( Ich glaube ich bin ganz gut dabei, denn die anderen aus der Gruppe hatten Warren gefragt ob ich das wirklich zum ersten Mal mache. Wir waren fünf Leute. Alles Kiwis. Irgendwann sind wir dann auf den fünf Meter Kite umgestiegen. Der hat mal richtig Power. Da bekommt man mal kurz Angst, wenn der an einem ruckartig zieht. Oh ganz vergessen „einfach loslassen “

Es hat inzwischen angefangen zu regnen. So langsam neigt sich der Kurs für heute zu Ende. Meine mentale und auch Muskelkraft auch. Wobei Kraft braucht man um den Drachen zu lenken nicht. Man “zieht” einfach die Steuerungsleinen zu sich, je nachdem wo er hin soll. Der Drache hängt ja fest an deinem Beckengurt.

Das war mal ein Tag. Fallschirmspringen und Kite Surfen an einem Tag.

Kite Surfen und ein kleines bisschen Action

An meinem zweiten Kite Surf Unterrichtstag, ich glaube der fand fast eine Woche später windbedingt statt, gings zum ersten Mal ins Wasser. Zum ersten mal nen Wetsuit angezogen. Man soll ja schließlich auch schön warm bleiben. Dann raus ins Wasser. Da es ja schon wieder länger her war, erstmal wieder ein wenig die verschiedenen Positionen des Kites üben und halten. Klappt inzwischen ganz gut. Und dann war Zeit für Action. Sich vorwärts ins Wasser legen. Power aufbauen ( Das macht man indem man den Kite ne schnelle U Kurve fliegen lässt.) und dann ab die Post und sich durchs Wasser ziehen lassen. Wahnsinn sag ich dir. Absoluter Wahnsinn. Da steckt so viel Power in dem Kite. Unglaublich.

Als nächstes dann mit Kiteboard. Die Stunde der Wahrheit oder eher die Sekunden der Wahrheit.
Kite schön auf 12 Uhr halten, sich rückwärts ins Wasser legen. Kiteboard unter die Füße schnallen. Füße anziehen. Power aufbauen. Kite steigen lassen und ab die Post. So die Theorie :D. Ich glaube nach ungefähr drei Versuchen konnte ich mich fünf Sekunden auf dem Board halten bevor es mich ins Wasser klatscht. Ist noch alles etwas ungewohnt. Bin ja noch nie wirklich auf einem Snowboard oder Skateboard gestanden. Aber fünf Sekunden. Ich war stolz wie Bolle. Leider waren die letzten zwei Tage Kiten auch die letzten bisher , da der Wind nicht mitspielte. Ich werde es auf jedenfall wieder machen. Dann richtig und ne längere Zeit am Stück. Es gibt ja schöne Spots ins Europa.

Menschen, die einen inspirieren

Zurück im Hostel musste ich natürlich gleich David von meinem Fallschirmsprung erzählen. David schaute nur ganz entgeistert das Video an und stammelte vor sich hin “Du bist nicht gestorben, du bist nicht gestorben”.

David, ja David, der aus Taiwan stammt und hier ist um sein Englisch aufzubessern und Neuseeland zu bereisen, eigentlich nur die Südinsel. Arbeitet hier im Tasman Bay für Unterkunft und ist irgendwie die lustige Seele des Hostels geworden. Mit ihm bin ich dann immer mal wieder Joggen gegangen, nachdem ich mir im Spezialschuhgeschäft, speziell für meine Füße, spezielle Schuhe gekauft habe. Ich trage sie inzwischen immer, da sie einfach perfekt sind. Meine anderen Sneaker hab ich inzwischen entsorgt. Genauso wie eine kurze Hose.

Im Fitnessstudio gab es ein Angebot für zehn Tage kostenlos trainieren, was ich natürlich als Schwabe gleich ausgenutzt habe. Da war sogar ein eigener Fitnesstrainer inklusive. War übrigens mein erster Fitnessstudio besuch in meinem Leben. Es wird wohl auch mein letzter sein. Mag diese Studio Atmosphäre nicht.

Fitnessstudio

Fitnessstudio

David der lustige Taiwaner, er mir für immer im Kopf rumspuken wird, weil er immer “Come on” sagte. Mit langem ooooon. David, der Mann der schnellen Truppe. Der immer sagte, er sei der schnellste im Putzen und alles sei easy going. Nur wie danach alles ausgesehen hat will ich dir gar nicht erzählen. Nein so schlimm wars jetzt auch nicht :D

Oder Océane, die Französin, die nach einem Jahr in Deutschland auf der Schule besser deutsch spricht als so mancher Einheimische. Sogar mit perfektem schwäbischen Akzent.

Irgendwann, ne ich weiß es ganz genau, es war nämlich der erste Mai, denn ab da gabs auch kostenloses Frühstück, hab ich dann hier im Tasman Bay Backpackers angefangen für Unterkunft zu arbeiten. Es gefällt mir hier einfach so gut.

Willkommen im Helferzimmer

Willkommen im Helferzimmer

Hab ich schon Henk erwähnt, den Holländer, der andere Manager des Hostels. Der mit argus Augen streng kontrolliert. Gitarre spielt aber auch schonmal jemanden hinausschmeißt wenn er zu viel Krach macht. Doch von Henk bekommt man die besten Ausflugstips für die Region. Center of New Zealand, Cable Bay und Hori Bay. Alles Geschichten von denen ich dir noch erzählen werde. Ecken die wohl nicht jeder Backpacker sieht. Ich glaube Hori Bay kennen sogar die wenigsten Einheimischen. So abgelegen liegt das.

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Henk und ich

Hab ich schon von dem abendlichen Schokopudding mit Eis erzählt, der ja eigentlich ein Schokokuchen ist. Ach übrigens die Neuseeländer sagen zum Nachtisch/Dessert Pudding, auch wenn es gar kein Pudding ist. Also wie das deutsche „Nachtisch“. Der Schokopudding, das Abendmal der Grals unter den Kuchen, der sogar einen eigenen Song auf Youtube hat. Der sieben Cups Zucker beinhaltet.

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Schokopudding mit Eis

Den ich einen Monat jeden Abend gegessen habe und danach David gesagt habe ich esse jetzt keinen mehr und dann doch wieder damit angefangen habe weil er einfach so gut schmeckte. Ja ich verwende schmeckte, denn am Ende hab ich ihn nicht mehr so oft gegessen, denn er wurde mir zu süß. Wobei Susie sagen würde es kann nie süß genug sein.

Ja Susi, die ein wenig tollpatschige deutsche Münchnerin. Ich darf das schreiben, denn sie sagt es selbst über sich :D Sie ist in Nelson für ein zwei Monate langes Praktikum an der Tierklinik. Der wir Billard beigebracht haben und uns nun Meister nennen dürfen. Ihr Game of Thrones schmackhaft gemacht haben. Ihr bei jeder Szene gebannt zugeschaut haben, wie sie zusammenzuckt und sich wegdreht. Und Susi, der ich alles erzählen konnte wenn ich mal nen schlechten Tag gehabt hatte.

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Susi und ich beim Billard

Durch Game of Thrones hab ich auch Bekanntschaft mit Shan gemacht, der Lady aus Malaysia. Die sich als Shen vorgestellt hat, weil anscheinend keiner Shan sagen kann. Denn eigentlich heißt sie Pei Shan :D Ja wie jetzt Game of Thrones sagst du jetzt? Ja denn sie saß auf dem Sofa links von mir und zuckte auf einmal zusammen und machte riesen Augen. Da hab ich sie dann natürlich gleich mal Fragen müssen ab sie denn Game of Thrones schaut :D Was denn sonst erwirkt solche Reaktionen. Game of Thrones vereint die Welt. Hahahaha. Shan die in Neuseeland ihre Leidenschaft fürs Wandern entdeckt hat. Fotos mit ihrem iPhone schießt wie keine andere. Am liebsten von Pilzen, ihrer zweiten Leidenschaft.

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Pei Shan

Wenn ich schon von Leidenschaft rede, dann muss ich euch von Lena erzählen, der deutschen Gamerin aus Leidenschaft. Sie nennt sich selbst Nerdine :D Der, wenn mal das Internet ausfällt auch mal der Kragen platzen kann. Mit ihr kann man stundenlang über Games reden ohne dass es einem langweilig wird. Mit ihr hab ich mich auch zum ersten Mal an den Kässpätzla versucht. Das war ein Spaß. Wir hatten beide keine Ahnung und überhaupt nicht die richtigen Utensilien dafür. Doch schlussendlich klappte es super und es hat fantastisch geschmeckt. Können stolz auf uns sein Lena, denn wir waren die Sensation des Abends in der Küche. High Five :D

Shawn der Ire, den man morgens auch mal um vier Uhr antrifft wenn man sich aufmacht um das Fußballspiel gegen Ghana anzuschauen. Immer für einen Spaß zu haben. Den man deutsch ansprechen kann und dann sogar einen deutsche Antwort bekommt. Sagt ja nichts gemeines über ihn wenn ihr deutsch neben ihm sprecht. Er könnte es euch übel nehmen.

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Susi, Tony, Shawn

Apropos Gemein. Das erste Mal als ich auf Patrick traf, ein Inder der hier in Neuseeland lebt, fragte er mich doch glatt ob mir mein Name gefällt. Ihm gefalle er nämlich nicht. Das hat gesessen. Tage später hat er mich nochmals angesprochen, wie ich den heiße. Déjà-vu ich hör dir trapsen. Nichts dergleichen, wir verstanden uns immer besser. Billard, ein bisschen Party, was man halt so macht. Immer für nen Witz aufgelegt. Und das beste, er war während der Fußballweltmeisterschaft immer für den Gegner der deutschen Mannschaft. Danke. So wurde die deutsche Mannschaft Weltmeister. Ich glaube ja eher sie wurde deshalb Weltmeister weil ich jedes Spiel gesehen habe, auch die um vier Uhr morgens…

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Patrick – das ist der links von mir

Dann war da natürlich noch Henri, der Typ aus Estland. Der Witze reißt ohne mit der Wimper zu zucken. Die anderen hatten immer Schwierigkeiten den Witz überhaupt dahinter zu entdecken :D

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Henri

Andrew, der Schotte, der Pool mit der lahmen 2-Shot Regel spielt. Also wenn man ein Faul gemacht hat, dann hat der Gegner zwei Stöße. Pff Billard auf Easy Mode.

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Andrew – na wer ist jetzt das Old Beer? :D

Ja easy, das war es für Cici auch. Die Frohnatur. Immer strahlend, Fotografenausstattung, stammt aus China und möchte in Frankreich oder Deutschland studieren.

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Cici hält mich erfolgreich von der Arbeit ab

Chao, der auch aus China stammt, trinkt keinen Tee, weil er sich dafür zu jung fühlt, will kein Billard spielen da er meint er das sei nur etwas für Kinder. Das hab ich ihm aber dann ausgetrieben. Zum Schluss hat er sogar selbst gespielt. Macht mittags Porridge mit Cookies und isst jeden Tag Reis obwohl ihm Reis nicht schmeckt. Kann nicht einen Tag ohne Fleisch leben. Trinkt nichts anderes als warmes Wasser aus der Leitung. Ja das ist Chao. Er hat teilweise schon eine sehr extreme Einstellung vom Leben.

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Chao beim Pause machen

Coin der mich zu meinem ersten Snycrojob für nen kleinen Videoclip gebracht hat. Auch wenn es Schwarzenegger mässig nur ein paar Sätze waren :D. Tag und Nacht hat er an seinem Video gearbeitet. Keine Bierdose gescheut. Auch wenn ich mir nicht mehr so sicher bin, dass der kleine Videoclip je erscheint.

Das hat Ed auch gemacht, nur hat er keinen Schweiß gescheut um mir ein paar Dinge auf der Gitarre beizubringen. Zuerst auf der Ukulele, dann auf der richtigen Akustik Gitarre. Danke dir Ed.

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Ed bringt mir Gitarre bei

Tja und Ed könnte nicht so in Saus und Braus leben wenn er nicht seine Freundin Rosie hätte. Die schuften geht, dass er sich aufs Ohr hauen kann. Nein so wars natürlich nicht. Ed und Rosie haben hier im Hostel gearbeitet, wobei Rosie Abends noch kellnern gegangen ist um Geld für ihre weitere Reise in Australien und Neuseeland anzusparen. Hab ich schon erwähnt dass beide aus England kommen? Und vor Neuseeland quer durch Asien gereist sind? Mit dem Zug nach Asien. Wahnsinn.

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Rosie hat ihren Strandbungalow gefunden

Und über de Gitarre hab ich Manuu kennengelernt, den Maori, der hier in Nelson den Bootsführerschein gemacht hat. Ich werde die Gespräche mit ihm sehr vermissen. Vor allem auch seine Gittarenjamsessions. Ein sehr inspirierender Mann.

Tja und von inspirierend komme ich auch auf Jacques, den Franzosen, der sein eigenes Land nicht mag und immer abartig schlechte Witze erzählt, die dann schon wieder so witzig sind, dass man lauthals lachen muss. Du musst dir das mal vorstellen, du sitzt da mir nichts dir nichts am Tisch , dann kommt Jacques und erzählt irgendetwas, zuerst verstehst nix und dann musst du einfach lachen. Und Pfannkuchen kann der machen, traumhaft, sowie auch seine Röstkartoffeln, nach dem Original Rezept seiner Oma, sind der Wahnsinn. Der perfekte Koch. Er kann sogar deutsch. Ein Franzose und deutsch. Also wenn ich den mieten könnte ich würde es glatt machen. Mich hat er immer gefragt ob ich ihn für fünf Dollar bekochen könnte. Da könnte ich richtig reich werden damit.

Cable Bay und Hori Bay

Ich hab dir doch weiter oben von Cable Bay und Hori Bay erzählt. Schon vergessen? Bin nämlich mit Jacques zur Cable Bay gefahren. Mitten im nirgendwo ne Bucht umrandet mit Strand und Felsen.

Doch die Fahrt zur Hori Bay war abenteuerlich. Da sind wir mit Chao und Ed hingefahren. Zuerst über normale Straßen und dann gefühlt querfeldein durch Matsch und unbefestigten Wegen. Riesen Felsbrocken auf der “Straße”, Löcher soweit das Auge reicht. Man meint die Welt endet bald. Im Regen möchte ich da auch nicht fahren. Doch wir schafften es, obwohl sogar das Auto einmal aufsetzte.

Wir kletterten so auf den Felsen draußen im Meer rum, entdeckten ne Robbe die sich im Wasser suhlt.

Bis Ed irgendwann schrie, dass die Flut kommt. Natürlich glaubten wir ihm nicht, denn es sah nicht danach aus. Bis wir dann zurück kletterten, da war dann auf einmal kein Weg mehr zu sehen wo vorher einer war und ich musste durchs Wasser hüpfen. Jacques hatte es natürlich trockenen Fußes geschafft weil ich unbedingt noch Fotos von der Gold leuchtenden Landschaft machen wollte.

Da stellten wir dann auch fest dass Chao verschwunden war. Keiner wusste wo er war. Dachten uns dass er zum Auto zurück gelaufen ist. Na ja egal.

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Was hat sich da versteckt?

Da die Sonne so schöne Schatten an die Felswände geworfen hat, schlug ich vor ein paar verrückte Posen an die Wand zu werfen. So begann das Schattenspiel und endete damit, dass die Sonne um die Ecke wanderte.

Machten uns dann auch langsam auf zum Auto. Dort fanden wir dann auch Chao. Er hatte keine Lust mehr gehabt. Die Fahrt zurück war genauso abenteuerlich wie auf dem Weg her, da es ja so langsam dunkel wurde. Nochmals möchte ich das nicht nochmals machen. Jacques ist übrigens mit seinem Auto gefahren, nicht ich. Henk war natürlich sehr stolz auf uns, dass wir seinem Insider Tip gefolgt sind.

Mir schmeckt immer noch kein Bier oder vielleicht doch?

Da gibts natürlich noch Christine, die laut David fährt wie ein gestandener Mann. Oder Siân die aufdreht wenn sie Alkohol trinkt. Lisa die nachts der Rappel packt und schon mal zum McDonald’s läuft nur um ein Eis zu schlemmen. Casey, die einem völlig im nirgendwo wieder über den Weg läuft. Moritz, der bald die Raumfahrt revolutioniert.

Jetzt hab ich doch tatsächlich fast Tony vergessen. Nein natürlich nicht. Tony, wie soll ich sagen ist ein Typ mit dem man Pferde stehlen gehen kann. Neuseeländer oder Kiwi je nachdem was man bevorzugt, halb Maori. Wir wurden Billard Buddies, Pizza Buddies, Pudding Buddies, Drink Buddies, Bier Buddies. Tony der Kiwi, der hier schon fast 18 Monate im Hostel unter der Woche lebt, übers Wochenende lebt er in seiner Wohnung in Blenheim. Arbeitet hier in Nelson unter der Woche beim DOC. Von Dienstag bis Freitag. Eigentlich. Nur beim schönem Wetter nur wenn er nicht gerade vom Hund gebissen wird und nicht wenn eine Wolke am Himmel schwebt. Okay okay so schlimm jetzt auch wieder nicht. Er meinte er braucht nur vier Tage in zwei Wochen arbeiten um seine monatlichen Ausgaben zu decken. Mann der muss ja scheiss viel verdienen.

Durch Tony hab ich doch tatsächlich begonnen Bier zu trinken. Bier? du? Niemals sagst du jetzt. Tja so siehts jetzt aus. Also ich muss schon sagen dass es hier in Neuseeland schon schlecht schmeckende Biere gibt, aber das Hausbier im Rattle n Hum, der Billardstammkneipe von uns, das Bier ist der Hammer. Leider auch das einzige das mir auf dieser Welt schmeckt. Bin halt doch nicht der Biertrinker. Der Pub in dem auch mal ein Billardtisch zu Bruch gehen kann wenn sich schwere Jungs umarmen. Nein nicht wir…

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Da hats krack gemacht

Genau in dem Pub hab ich Tony endlich am letzten Abend in nem best of 10 geschlagen. Nimm das.

Ich kann mich noch an eine kurze Geschichte von ihm erinnern die er mir erzählt hat. Und zwar ging es darum, dass er seinen kleinen Zwillingsschwestern weisgemacht hat, dass sie Aliens seien und vom Mars stammen. Er war zu der Zeit glaub so um die sechs Jahre alt. Seine Schwestern ein wenig jünger. Wie halt so die kleinen Schwestern sind glauben sie natürlich ihrem großen Bruder irgendwann. Bis sie dann irgendwann tränenüberströmt vor ihrer Mutter stehen und sie fragen ob sie denn echt vom Mars stammen und Aliens sind wie Tony erzählt. Die Mama war natürlich total irritiert und total schockiert was ihr kleiner Bursche seinen Geschwister weisgemacht hat. Natürlich sei das nicht war. Tonys Mutter hat dann seinem Papa die Geschichte erzählt und gemeint er soll ihm mal ordentlich die Leviten lesen. Der meinte nur er wusste von Anfang an Bescheid, sie soll das selbst regeln.

Ich hab mich gebogen vor lachen. Das kann man gar nicht so genial schreiben wie er das erzählt hat. Vor allem seine Schwestern tragen ihm das immer noch nach.

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Tony und ich

Tony der Gamer, so kann man ihn auch nennen. Sitzt den halben Tag am Computer und spielt, doch wenn man was anderes vorschlägt ist er natürlich gleich dabei. Sowie morgens um sieben fiebernd vorm PC zu sitzen wenn Deutschland im Finale der Fußballweltmeisterschaft gegen Argentinien spielt.

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da hat er mich noch fertig gemacht…

Oh die Deutsche Mannschaft ist übrigens Weltmeister. Hast du ja bestimmt noch nicht mitbekommen.

Und dann gibt es auch die Menschen, die einen vom Hocker reißen. Die von ihren Hunden erzählen als ob sie fliegen können. Die nicht Fallschirmspringen möchten da es für sie unnatürlich sei. Die einen Tag im Shoppingcenter, um nur nach Vorhängen zu schauen, zu einem Abenteuertrip machen. Die die Fenster im Helferraum putzen als ob es ihr eigentliches zu Hause wäre und es gemütlich und behaglich möchten. Die Feuerholz holen weil sie es gerne warm haben. Die lachen bis die Tränen kommen, wenn sie sich Katzenvideos anschauen. Die einen zum Wahnsinn treiben wenn sie einen ignorieren. Die einen zum lachen bringen, wenn sie einen nur mit ihren strahlenden Augen anschauen. Die einen sprachlos machen, wenn man nur neben ihnen steht. Die Whisky trinken als ob es das genussvollste der Welt sei. Die schon genau wissen, wie ihr Traumhaus aussehen soll. Die einem Tipps beim Billard geben und man dadurch anfängt besser zu werden. Die die es vermissen mit ihrem Motorrad durch die Straßen zu cruisen. Die einem ein Gefühl von Heimat und Lebensfreude geben. Die die riesige Mauer um einen herum einreißen als wäre sie aus Papier und die die einem sagen, dass sie keine Zukunft für ein uns sehen.

Abel Tasman Coast Track

Was soll man noch alles über den Abel Tasman Track sagen? Man hört und liest so vieles. Von begeisternden und überschwänglichen Lobeshymnen. Okay für denjenigen, der noch nie in Frankreich an der Westküste war, noch nie in Italien oder auf Fuerteventura war. Ja für denjenigen ist das schon ein unbeschreibliches Highlight. Wandern am Strand, von Bucht zu Bucht kajaken. Für mich war das Kajaken schöner als das wandern, denn so konnte ich die einsamen Buchten bestaunen, die man über den Track nicht erreichen kann. Oder den Robbenbabies in ihren kleinen Wasserbecken beim spielen zuschauen. Wie sie einen neugierig mit ihren schwarzen Kulleraugen anschauen.

Der Track hat mich schwer an die italienische Landschaft erinnert, die Sträucher, aber auch die Aussicht aufs Meer. Was war es für ein Wahnsinns Gefühl, die Nacht auf einem Hausboot zu verbringen. Das abendliche Barbecue und die netten Unterhaltungen bis spät in die Nacht. Oder als mich der Manager des Hausboots mit auf die Bootstour zur Glühwürmchenhöhle eingeladen hat. Hast du gewusst, dass es im Abel Tasman ne Höhle gibt voller Glühwürmchen? Das waren meine Highlights des Abel Tasman National Park.

Reise, Reise

Der Tag des Abschieds von Nelson und den lieb gewonnenen Leuten rückt immer näher. Den letzten Abend haben wir natürlich, wie sollte es auch anders sein, im Rattle n Hum beim Billardspielen verbracht.

Und dann war er da, der Tag, der der erste Tag meiner weiteren Reise sein soll.

Man packt so langsam sein Zeug zusammen, sortiert nochmals Dinge aus die man nicht mehr braucht.

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gepackt und abfahrbereit

Verabschiedet sich über den Tag hinweg von so vielen Leuten die man kennengelernt hat. Denkt nochmals über die tolle Zeit nach, die man hier verbracht hat. Steigt dann in den Bus ein und sieht dann beim wegfahren, wie sie alle am Straßenrand stehen und einem zum Abschied hinterher winken.

Hier noch ein paar zusammengewürfelte Bilder.

So viele Leute und jeder von ihnen erlebt sein eigenes großes Abenteuer.

Fast vier Monate Nelson sind rum.

Ich freue mich auf die zukünftigen Abenteuer auf meiner weiteren Reise.

I’m out.

See you later.

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