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Mount Cook oder wenn der Schneemann ruft

Mount Cook. 3754 m. Höchster Berg Neuseelands.

Früh morgens um sieben ging es nach einem ausgiebigen Frühstück weiter in Richtung Mount Cook auch Aoraki genannt. Ich war schon gespannt darauf zu sehen wie sehr sich die Gegend im Winter verändert hat. Im Sommer sah es ja noch so aus. Muss ja jetzt alles weiß sein, so dachte ich mir es zumindest.

Von weitem konnte man schon sehen wie sehr sich so langsam die Berge in gefühlte Puderzuckerhügel verwandelten. Sieht zum anbeißen aus.

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Ich hab schon von Reisenden gehört, die sechs Mal gekommen sind um die Mount Cook Spitze zu sehen, um jedoch jedes mal enttäuscht zu werden weil Wolken die Sicht verdeckten. Deswegen auch der maorische Name Aoraki, zu deutsch „Durchbohrer der Wolken”.

1. Mount Cook Village

Um zum Mount Cook Village zu gelangen muss man erstmal den langen Weg entlang des Lake Pukaki auf sich nehmen bevor man in die Tiefe Gebirgslandschaft eintauchen kann.

Lake Pukaki

Lake Pukaki

Eingecheckt haben wir in einem ehemaligen Hotel. Sieht man auch an den Zimmern und Badezimmern. Tolle Zimmer. Mit einer tollen Aussicht auf die Berge.

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Sicht auf die Bergkette

Da wir noch den ganzen Nachmittag Zeit hatten, hatten Andy und ich noch vor den langen Hooker Valley Track zum Gletschersee zu laufen. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf Mount Cook.

2. Hooker Valley Track

Wanderschuhe an und schon kanns los gehen. Auf eisigen schneeverwehten Pfaden durchs Gletschertal.

Über Schwingbrücken und an schneebedeckten Felsen vorbei. Durch eine Szenerie die aus Herr der Ringe stammen könnte.

Alles Weiß und voller Schnee.

Es ist total interessant wie sich das hier alles verändert hat. Von einer Sommerlandschaft zu einer Winterlandschaft. Der Sonnenuntergang färbt alles in ein malerisches Rot.

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Sogar der Schneemann der sich vor unserem Hostel dem Himmel entgegenstreckt kann nicht verbergen dass die Szenerie hier einfach einmalig ist.

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3. Lake Tekapo

Morgens wacht man auf und sieht gleich mal die Berge. Das ist immer etwas was mich total fasziniert.

Heute soll es weiter gehen zum Lake Tekapo. Dem türkis blauen See. Der schon viele Bildbände verziert hat.

Im Lake Tekapo bin ich vor einem halben Jahr auch geschwommen.

Da die Straße zum Mount Cook Village eine Sackgasse ist muss man wieder den ganzen Weg entlang des Lake Pukaki zurückfahren. Aber das ist ja kein Problem, so kann man länger die schöne Landschaft genießen.

Wenn man langsam auf den Lake Tekapo zufährt, sieht man ihn erstmal überhaupt nicht. Verdeckt von Bäumen. Das einzige was man eigentlich sieht ist der kleine Berg mit der Sternwarte auf der linken Seite. Hier ist übrigens auch der beste Ort um den Sternen ganz nahe zu kommen.

Wenn man wenn dann man weiter in den kleinen Ort Lake Tekapo reinfährt, dann sieht man schon das Blau des Sees durch die Bäume durchscheinen und schon ist man angelangt.

Blau.

Blauer.

Lake Tekapo.

Wenn man langsam auf ihn zuläuft denkt man sich erstmal man hat nen Knick im Blick. Doch je näher man kommt desto realer wird die Farbe des Sees. Er sieht fantastisch aus mit den weiß bedeckten Bergen im Hintergrund.

Direkt vor dem See steht die kleine Kirche „The Church of the Good Shepherd„, errichtet 1935 von einem Architekten aus Christchurch.

The Church of the Good Shepherd

The Church of the Good Shepherd

Das witzige an dieser ist, dass sie keinen Altar hat. Sie hat nur ein weites Fenster durch das man den See und die dahinterliegende Bergkette erkennen kann.

4. Rangitata

Wenn man vom Lake Tekapo in Richtung Christchurch fährt kommt man im Süd Canterbury liegenden Rangitata vorbei. Auch bekannt unter dem Namen „Garten von Eden„.

Die Landschaft erstreckt sich über weite braune Täler die sich zwischen die sanften Hügel schmiegen.

In Rangitata wäre eigentlich White Water Rafting angesagt. Es gibt auch noch das Black Water Rafting. Das ist dann durch die tiefen Höhlen.

Der Rangitata River ist neben dem Kaituna River in Rotorua, mit seinem 7m Wasserfall, der Ort an dem man unbedingt raften sollte.

Es gibt noch andere erwähnenswerte Flüsse in Neuseeland die es Wert sind beraftet zu werden. Wie z.b. der Rangitikei auf der Nordinsel. Weitere Infos darüber findest du hier.

Doch da der Fluss zu kalt und zu reißerisch ist, war leider nix los damit.

Somit gabs nur einen chilligen Abend vor dem Feuer. Aber was will man auch mehr als die Natur zu genießen.

5. Kaikoura

Auf dem Weg nach Kaikoura haben wir noch Halt in Christchurch gemacht um die Hälfte der Leute vom Stray Bus am Flughafen abzusetzen.

Da kam dann auch der Abschied von Sydney und Andy. Sie flogen zurück nach Sydney um dort noch eine Woche zu verbringen bevor es wieder zurück in die Staaten geht.

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Sydney. Ich. Andy.

Kurz nach Kaikoura kommt die Seerobbenkolonie, von der ich schon vor einem halben Jahr berichtet hatte. Wenn du dich erinnern kannst. Wenn nicht hier lang.

Diesmal wanderten die kleinen Robben den Fluss bis zum Wasserfall hinauf. Es war faszinierend anzuschauen wie diese durchs Wasser tollten und mich mit ihren Glubschaugen so unverhohlen anschauten.

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Wenn du mehr über Kaikoura erfahren möchtest. Hier gehts lang.

6. Blenheim

In Blenheim hüpfte ich vom Bus um ein paar Tage bei Dave auf dem Weingut zu verbringen. Wie es sich später herausstellte war es das Weingut vom Kameramann Michael Seresin der unter anderem hinter der Kamera des neusten Planet der Affen Film gestanden hat. Verrückt.

Nach zwei Nächten voller Wein, Steaks und indischem Essen hieß es Abschied nehmen. Naja eigentlich ja eher ein „See you later“.

Man weiß ja nie.

7. Auf, auf nach Windy Welly

Tja und nun gehts auf die Nordinsel. Bin schon gespannt ob es dort genauso abenteuerlich zu geht wie auf der Südinsel.

Tschüss Südinsel

Tschüss Südinsel

Die Fahrt führt mit der Fähre durch den wunderschönen Marlborough Sound.

Entlang des Marlborough Sounds führt ja der Queen Charlotte Track. Den man jetzt vom Meer mit ein bisschen Fantasie erkennen kann.

Ich hoffte ja, dass das Meer total stürmisch ist. Bisschen Spass schadet ja nie. Doch leider hatten wir die ruhigste Überfahrt die man nur haben kann.

Es hat nur geregnet und geregnet und geregnet.

In der Lounge läuft laut den andern Gästen zum wiederholten Mal „Der Zauberer von Oz“.

Als ich so übers Schiff lief, entdeckte ich einen Laster der Schafe mit sich führte. Bei genauerem hinsehen fehlte doch gerade das Sicherheitsnetz das die Schafe davon abhalten soll aus ihrem Gefängnis zu springen. Aber die standen da brav vor sich hin ohne sich überhaupt zu rühren. Die fanden das wohl ganz chillig.

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Was denkt man sich eigentlich wenn man mitten auf dem Ozean fährt?

Kein Land in Sicht. Kein Funksignal. Rein gar nichts.

Hab eigentlich gar nicht so viel darüber nachgedacht. Also eigentlich gar nicht der Rede Wert.

Langsam kommt die Nordinsel in Sicht. Es regnet immer noch. Der Wind wird stärker.

Es ist wird schon langsam aber sicher Nacht.

Wellington kommt in Sicht.

Auch liebevoll Windy Welly genannt.

Langsam dreht sich das Schiff. Es läuft meinem Erstaunen nach rückwärts in den Hafen ein. Ich mache mich langsam auf, durch den Bauch des Schiffes, zum Ausgang zu laufen. Da ertönt schon das Aufbruchssignal.

Die Menschen strömen ins Freie.

Langsam setze ich meinen Fuß auf den Boden Wellingtons.

Das sind sie also meine ersten Schritte auf der Nordinsel.

Was werde ich hier wohl alles erleben?

Einiges hast du ja schon hier erfahren. Aber das war ja noch nicht alles. Mehr dazu beim nächsten Mal.

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