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Kepler Track Tag drei und der fiese Nebel

Wir schreiben den 8. März im Jahre 2014 und folgendes habe ich heute erlebt liebes Tagebuch.  

Der Tag sollte sich als der bisher härteste Tag in meinem ganzen Wandererleben herausstellen.

Kepler Track Tag drei und der fiese Nebel_1

Was ich natürlich noch nicht wusste. Was ich wusste war, dass ich zehn Stunden Laufen vor mir hatte. Davon drei Stunden bergauf. Da der nächste Campingplatz ja erst wieder in der Broad Bay lag. Somit musste ich die auf zwei Tagen angelegte Strecke an einem Tag schaffen. Klingt knallhart, wars dann auch. Francois musste ja nur bis zu nächsten Hütte laufen. Was die halbe Strecke war. Somit bin ich ich die letzten zwei Tage alleine unterwegs.

Ich sag euch so was hab ich noch nie erlebt. Ihr müsste auch bedenken ich hatte meinen großen Rucksack mit dem ganzen Zeug dabei.

Kepler Track Tag drei und der fiese Nebel_2

Voller Hoffnung auf einen gute Aussicht von oben über die Berge trieb ich mich an. Immer weiter. Immer weiter. Schrie ich in meinem Kopf. Komm schon Sven. Focus. Focus. Nicht aufgeben. Bringt it. Come On.

Ich glaube ihr hättet euch bepisst vor lachen :D

Na ja ohne diese Antreiberei hätte ich es wohl nicht geschafft.

Nach drei Stunden quälendem Aufstieg erreichte ich den höchsten Punkt auf dem Track. Als ich dann oben bei der ersten Notfallhütte ankam, traf ich gerade den ersten Wanderer von entgegengesetzten Richtung.

Die Sicht war na ja, neblig. Seht ihr ja selbst auf den Bildern.

So sass ich hier, ass meine Müsliriegel, trank mein Wasser und hab erstmal mein klatschnasses T-Shirt gewechselt. Das T-Shirt wurde übrigens, um vorweg zu greife, bis zum Ende der Tour nicht mehr trocken.

Nachdem ich dann alles wieder zusammengepackt und endlich etwas trockenes an hatte, machte ich mich auf in den dichten Nebel der über den Bergkamm hinwegzog. Sah richtig schaurig aus :D

Ich glaube wenn die Sonne da gewesen wäre, wäre die Aussicht fantastisch gewesen. So hab ich leider nicht all zu weit gesehen. Übrigens meine Schramme am Schienbein verheilt zum Glück richtig gut :)

So lief ich Minuten, Stunden und die Aussicht wurde immer besser. Ich hab ja schon gehört das einzige was den Kepler Track so spannend macht ist der Lauf auf dem Bergkamm. Was richtig richtig geil ist. Die zwei Tage zuvor waren nicht so spektakulär.

Nach ungefähr fünf Stunden kam ich dann bei der Luxmore Hut an. Dort traf ich doch tatsächlich Silvan. Der ist auch mit dem Stray Bus unterwegs. Läuft den Track allerdings in die andere Richtung. Wie alle anderen Leute auch. Ihr wisst ja ich bin sehr speziell und muss alles anders machen als alle anderen :D Ist Silvans erster Tag. Bin ja schon den dritten Tag unterwegs. Krass.

Bei der Hütte hab ich erstmal Pause gemacht. Kurzes Sonnenbad nehmen. Die Sonne hat sich inzwischen blicken lassen. Windig ist es hier. Die restlichen Müsliriegel gegessen. Jetzt hab ich keine mehr :( Nur noch die Erdnüsse und die hängen mir schon zum Hals raus. Zum Glück war da noch anderes Zeug wie Rosinen dabei. Studentenfutter mässig.

Um 13 Uhr machte ich mich dann an den Abstieg zur Broad Bay. Um 7.30Uhr bin ich ja von der Iris Burn Hut losgelaufen. Laut dem Schild dort sollten es rund sieben Stunden von der Iris Burn Hut zur Luxmore Hut sein. Ich lag also gut in der Zeit. Der Abstieg kam mir so ewig vor, da man echt nur durch den Wald läuft und kein Ende sieht.

Nach insgesamt neun Stunden laufen kam ich endlich beim Campingplatz an der Broad Bay an.

Der Campingplatz lag sogar am Strand. Ist das geil. Ich war so mit meinen Kräften am Ende, dass ich mich einfach in den Sand gesetzt habe und ne Weile nichts tat.

Zelt aufgebaut.

Mich vor den Schnacken im Zelt versteckt.

Erstmal geschlafen.

Hatte ich schon erwähnt dass ich seit dem zweiten Tag Schnupfen habe? Und mir dann auch noch die Taschentücher ausgegangen sind? Zur Not musste ein T-Shirt als Ersatz herhalten. Ich weiß eklig, aber mir fiel nichts anderes ein. Im Prinzip ist es auch nichts anderes als die alten Taschentücher aus Stoff :D

So schlief ich die ganze Nacht unruhig und wachte immer wieder auf.

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