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Ein Song. Ein Surfboard. Eine Höhle. Ein Marea. Ein Hobbit. Ein Gestank.

Auckland -> Raglan -> Waitomo Caves -> Hobbiton -> Rotorua

Das ist die Strecke für die nächste Zeit.

Ein Monat voller Action, Spass, Adrenalin, Gefühl und Freude.
Wahnsinn was man in knapp zwei Wochen alles erleben kann.

So. War ich doch zum ersten Mal ein paar Tage länger in Auckland als eine Nacht.

Erstmal alles touristische abgeklappert was man so gut zu Fuß erkunden kann. Prinz Albert Park. Die Kunstgalerie. WOW. Den Mt Eden bestiegen. Den alten Vulkankrater angeschaut.

Die Inseln rund um Auckland heb ich mir für später auf. Das Wetter war jetzt auch nicht gerade das beste. Es heißt ja immer so schön „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung”. Mega, aber Recht hat das Sprichwort doch irgendwie.

Für mich ist Auckland auch irgendwie die Stadt der vielen Gesichter. Es hat ein paar schöne Abschnitte doch, sonst fühlt es sich wie jede andere Großstadt an. Hat nicht den Flair eines Wellington. Was ja der absolute Wahnsinn ist.

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Da fällt mir wieder ein, dass ich unbedingt noch nach Berlin möchte. Da war ich nämlich noch nie. Jap. Noch. Nie.

Wenn du Mal in Auckland bist steig nicht im Nomads ab, das ist nicht toll. Da bin ich nach zwei Nächten abgehauen. Bin dann ins Attic. Weit besser. Es gibt noch anderen kleinere Hostels in Auckland, die liegen leider nicht ganz in der Stadtmitte. Wie das Bamber House oder Verandah’s. Auch ganz toll. Im Bamber House war ich inzwischen auch. Doch mehr dazu in einem späteren Beitrag.

In den kleineren Hostels lernt man auch die cooleren Leute kennen. Wie Mario und Marius im Attic, der eine ist auf seinem sechsmonatigen Trip seines Lebens und der andere will erstmal nach 2 Wochen Neuseeland für vier Wochen nach Tonga. Lustige Kerle.

Wenn man so durch die Gassen Aucklands läuft, spürt man diese riesigen Wolkenkratzer um einen herum. Man fühlt sich so klein. Und wenn man vor dem Sky Tower steht erst recht. Von diesem kann man auch einen Skyjump machen. Das ist so eine Art einfacher Bungeejump an zwei Seile ohne zurückschwingen.

Man kann auch um den Sky Tower auf einer kleinen löchrigen Plattform die um den Tower geht herumlaufen. Da geht mir schon die Düse wenn ich nur ein Video dazu anschaue

Natürlich kann man auch noch “langweilige” Dinge machen. Wie den Mt. Eden hochlaufen oder durch die verschiedenen Stadtteile laufen oder von Küste zu Küste laufen. Laufen. Laufen. Laufen. Ja das kann man hier echt viel.

Was man nicht verpassen sollte ist der alte zugewachsene Friedhof wenn man von der Stadtmitte aus in Richtung Mt. Eden läuft. Er liegt auf der rechten Seite vor der Brücke. Mystisch. Gänsehaut pur. Manch einer würde makaber sagen. Aber hey ich mach das was mir Spass macht.

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Oder auf dem Rückweg in die Stadt durch The Domain laufen und den sonntäglichen Universitätsfußballstadtmeisterschaften – langes Wort erfunden – zuschauen und danach durch den Wintergarten in der Nähe des Museums laufen mit all den Orchideen und so.

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Auch sollte man unbedingt den Love Walk mit seinen Bäumen bewandern. Wie sich Bäume verbiegen können. Total interessant. Der Wind hat da natürlich auch seine Finger im Spiel, das wollen wir ja nicht außer acht lassen. Mario dachte wir gehen zum Fußball…

Doch so schön es auch ist. Es kommt der Zeitpunkt an dem die Reise weitergeht. Weiter Richtung Raglan. Surfen ist angesagt. Zum ersten Mal auf dem Brett stehen. Mal wieder ein erstes Mal.

Bin schon richtig aufgeregt.

Doch erstmal muss ich auf den Straybus am Morgen warten. Anna, die zu gleich Busfahrerin und Guide ist, holte mich und die anderen restlichen Wartenden in ihrer gemütlich neuseeländischen Art ab. Der bisher Beste den ich hatte. Einfach nur Spitze die Frau. Ich hab leider wie ich feststellen muss, keinerlei Bilder von ihr. Maaaan.

Zu allererst sehe ich eine junge Frau, die einen riesigen Rucksack auf dem Rücken trägt. Da war ich schon erstaunt wie jemand mit einer solch zierlichen Figur so ein Riesenteil tragen kann.

Lili, stellte sie sich später vor. Kleiner Bus mal wieder. Nur 15 Leute rum. Recht wenig. Doch je kleiner desto familiärer ist es immer. Mag ich.

Wenn man nen Flow hat soll man nicht aufhören. Nicht aufhören gutes zu tun. Nicht aufhören sich gut zu fühlen. Nicht aufhören. Einfach weitermachen.

Der beste Plan durch Neuseeland zu Reisen ist der keinen zu haben, so kommt man an Orten vorbei, von denen man nur träumen kann. Einfach der Nase nach hab ich schon gehört. Rauskommen tut man immer irgendwo.

Das Land ist eine absolute Schönheit.

Sein eigenes Tempo gehen.

Das war mein Credo von Anfang an und ist es immer noch und das prägt mein Leben.

Flexibel zu sein. Sich auf alles einlassen. Für alles offen sein.

Es kommt wie es kommt.

Eine Zeitlang hatte ich dieses Gefühl verloren geglaubt.

Doch mann muss nur fest daran glauben und dann kommt es wieder, meist schneller als man denkt.

Und dann hat man die beste Zeit seines Lebens.

Ein musikalischer Bus. Der Song „Rather Be” wird der Song der Gruppe. Der Song des Jahres für mich. Er drückt so viel aus. Gute Laune. Soviel Gefühl. Unbeschreiblich. Meinst du nicht auch? Vielleicht braucht man auch den Hintergrund dazu.

Auf dem Weg nach Raglan stoppten wir an einem riesigen Wasserfall den Bridal Veil Falls – zu deutsch Brautschleierfälle.

Ein riesiger Wasserfall der sich 55 Meter auf einen unmittelbar unter der Wasseroberfläche liegenden Felsen hinabstürzt. Deswegen auch der Name. Unaufhörlich. Da fragt man sich immer wo denn das ganze Wasser herkommt. Ob es jemals ausgeht? Wer weiß. Ich werds nicht mehr herausfinden.

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Es ist faszinierend und auch erschreckend und auch ein bisschen erdrückend, wenn man da so vor dem Wasserfall steht und man darüber nach denkt wie es wäre auf den Wasserfall zu zu schwimmen und dann sich das Wasser auf die Schultern prasseln zu lassen.

Doch leider ist das unmöglich. Es ist zu hart und man könnte durch den Wasserdruck sterben. Also lieber nicht machen.

Der Gedanke an die Mordsmassage lässt einen aber auch schmunzeln.

Mordsmassage.

Ich muss ja jetzt schon wieder lachen. Ich glaub ja das gibts gar nicht im deutschen Wortschatz. Bestimmt wieder so ein schwäbischer Ausdruck. Da hast du wieder was gelernt. Wobei wenn man sich von einem Wasserfall massieren lässt und dann stirbt dann ist das echt eine Mords Massage.

Man soll ja immer Spass am schreiben haben und ich hab gerade einen Mordsspass :D Ich sollte aufhören. Ich kann nicht mehr. Lieg hier am Boden und mir laufen Tränen die Wangen herunter.

Aber jetzt mal wieder ernst.

Wenn man in Raglan einfährt sieht man die Küste gar nicht. Ich hab mir immer vorgestellt dass es direkt an der Küste liegt und ich direkte Sicht auf den Küstenabschnitt. Tja falsch gedacht. Bin eines besseren belehrt worden.

Wir haben uns in der Karioi Lodge etwas außerhalb im Dschungel Raglans eingecheckt. Mega Lage. Man sieht sogar den Ozean.

Surfen Surfen Surfen

Meine erste Surfstunde. Bin ich aufgeregt. Mit den Mädels gings los. Zwei Surflehrer hatten wir. Zuerst machten wir Trockenübungen am Brett in einer chilligen Surferwellblechhalle. Wie man am besten auf dem Brett steht. Wo man am besten auf dem Brett steht. Wie man sich am besten aufstellt. Irgendwie war ich erstmal überfordert. Es ist ja eigentlich überhaupt nicht schwer.

Noch die Wasserströme des Strandabschnitts lernen an der wir surfen werden und dann ging es auch schon los.

Rein in Van und runter zum Strand fahren. Erstmal in den Wetsuit reinquetschen. Gruppenfoto machen. Man wie sexy wir alle darauf aussehen. Nochmals danke Lili für das Bild.

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Board in die Hand nehmen. Langsam durch den Sand ins Wasser waten. Mann ist das arschkalt. Brrrrr. Irgendwann wird man sich schon daran gewöhnt haben meinten die Mädels.

Wird wohl so sein, denn irgendwann hat man es vergessen, spätestens wenn einem die Zehen abgefallen sind.

Och ist ja gar nicht so tief hier. Kann man ja gut stehen und das Wasser reicht einem bis zur Brust.

Und dann kommt der Moment der Wahrheit.

Mann gegen Welle.

Langsam aufrichten.

Ohh Ohh jaaaaaaaaaaa. Platsch. Ohhh yeeeeesssss. Platsch.

So muss man sich das in etwa erstmal vorstellen. Aufstehen surfen umfallen. So schwer ist es eigentlich gar nicht. Das ist ein Gefühl. Man denkt nichts in diesem Moment.

Es zählt nur noch die Welle und du.

Nichts anderes mehr.

Surfen ist das bisher beste was ich bisher an Aktivitäten in Neuseeland gemacht habe. Da kann nicht mal das Kitesurfen und das Fallschirmspringen mithalten.

Es macht einfach unendlich viel Spass.

Die Surflehrer haben Spass an der Sache. Wie sie unermüdlich von einem zum anderen gehen und Ihnen Tipps geben. Surfer aus Leidenschaft. So solls sein.

Wettsurfen mit Lili.

Hab verloren und ich lag trotzdem lachend im Wasser.

Oh Mann, ich hab total die Zeit vergessen. Ich weiß nicht wie lange wir im Wasser waren. Denn irgendwann war die Zeit rum und wir machten uns zurück zu den Umkleiden. War das arschkalt ohne den Wetsuit. Hatte nur noch meine Shorts an, der Rest war nass. So standen wir alle fast splitterfasernackt frierend vor dem Van und warteten auf unseren Surflehrer von dem ich gerade den Namen vergessen habe.

Zurück im Hostel gabs dann auch schon Abendessen. Mexikanisches Essen. Tortillas Buritos Mischmasch.

Was auch immer das ist.

Es schmeckte so gut.

Bin bestimmt vier Mal gelaufen und hab Nachschub geholt.

Eigentlich hatte ich ja vor hier ein paar Tage zu verbringen. Doch das Wetter war kalt und regnerisch und ich wollte die tolle Gruppe nicht verlassen. Dachte eigentlich dass ich den Bus nur bis Raglan gebucht hatte.

Tja wie es der Zufall will war ich doch tatsächlich bis Rotorua eingebucht. Ich war mir so sicher dass ich nur bis Raglan gebucht hatte. Da war ich mal kurz sprachlos. Also alles bestens. Die Reise kann weiter gehen.

Auf nach Waitomo

Haggas Honking Holes das ist die mit Adrenalin gefüllte Abseilingtour die ich mir vorgenommen habe. Abseilen in den Höhlensystemen der Waitomo Caves. In die Schwärze hinunterblicken ohne zu wissen wo der Boden ist. Über Wasserfälle schwingen, durch Wasserfälle abseilen.

Ich fange am besten mal von vorne an.

Angekommen sind wir in Waitomo und wurden direkt beim Touranbieter rausgelassen. Eingecheckt. Klar was denn auch sonst.

Wir dürfen keine Bilder machen.

Wir dann so.

Noooooo.

Drei Tourguides die uns durch die Höhlen jagen sollen. Ich vergesse immer alle Namen. Unglaublich. Egal. Nach einer 20 minütigen Fahrt durch privates Land kamen wir in der Base an. Dort wurden wir mit Wetsuits, Helmen und Gummistiefel ausgerüstet. Hoffte ja es wird nicht so kalt.

Dann wurden wir an den Übungsseilen eingewiesen wie wir das Karabinersystem richtig anwenden. Da hängt mein Leben dran. Wie schnell das da dran hängt werde ich zehn Minuten später gleich mal erfahren.

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Ich laufe die Stufen zur Höhle runter. Vorbei an blöckenden Schafen und einer Landschaft die malerischer nicht sein kann und man an jedem Hügel erwartet dass Bilbo ums Eck kommt.

Oh da ist ja schon der Eingang zum Höhlensystem und gleich mal den Wanzt einziehen müssen.

Eng.

Stirnlampen anmachen. Ah jetzt seh ich was. Ich musste beim ersten Sicherungsstop halt machen. Die Guides bereiten alles vor. Ein Pfiff und los kanns gehen.

Lili ist die erste die im schwarzen Loch verschwindet. Jetzt bin ich dran.

Mein Herz pumpt heftig.

Immer heftiger.

Mein Atem geht schneller. Da steh ich nun.

Fädele das lange Seil in mein Sicherungssystem ein.

Alex der Tourguide, der aufpasst, fragt mich ob mit mir alles klar ist.

Ich antworte nur mit einem Wort.

Nervös.

Das ich eigentlich fast durchdrehe, lasse ich mir nicht anmerken. Immer weiter schleiche ich an die Kante. Kleine Schritte, langsam, nur nicht überhastig sein. Mein Herz pocht immer noch.

Ich spüre jeden Herzschlag bis in meine entferntesten Gliedmaßen.

Ich erhasche einen Blick über die Kante. Darunter alles Schwarz. Nichts sehe ich, absolut nichts. Nicht mal die Stirnlampe lässt mich etwas erkennen. Ich muss mich am Sicherungssytem festhalten und das Seil mit der anderen Hand hinter meinen Hüfte halten.

So kann man schnell abbremsen. Zur Sicherheit steht ja unten noch einer und fängt mich zur Not auf. HAHA. Ne der muss nur am Seil ziehen, das hat den gleichen Effekt wie wenn ich mein Seilarm hinter meine Hüfte ziehe.

So jetzt kommt der Moment der für mich eine solche Überwindung kostet wie noch nie vorher irgendetwas.

Da war das Fallschirmspringen ein Scheiss dagegen.

Das Ziel war dass man sich einfach über das Loch schwingen soll, sich herumdrehen und dann die Füße an die Kante stellen. Hört sich einfacher an als es für mich war.

Ich fragte Alex mehrfach „Ich soll jetzt einfach loslassen und mich ins schwarz schwingen?”.

Ich war total überfordert. Ich holte drei Mal tief Luft und lies mich einfach schwingen.

Da hing ich dann also. Über dem Loch. Völlig sicher in der Sicherung.

Puh Glück gehabt. Das Seil hält mich also aus.

Alex drehte mich um und ich konnte meine Füße an der Kante abstellen. Puuhhh. OMG war das ein geiles Gefühl. Ich hab mal wieder eine Grenze überschritten die mich soviel Willenskraft gekostet hat. Aber das Gefühl es geschafft zu haben ist einfach unglaublich intensiv.

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Nun hieß es sich langsam oder auch schnell wie man wollte abseilen. Das Wasser spritzte nur so ins Gesicht. Ich wusste nicht wie tief ich runter musste. Bis ich irgendwann unten ankam. Ungefähr 20 Meter waren es zum Schluss.

Unten angekommen, wartete, ich nenn ihn jetzt mal Tom, Tom schon mit Lili. Wenn man jetzt so nach oben blickt sieht das gar nicht so schlimm aus. Von unten sieht man nämlich irgendwie alles. Nach dem dann alle unten waren, fehlten nur noch die zwei Guides von oben.

Ja klar der eine macht einen auf Angeber und macht gleich fünf Meter weite Schritte. Vom anderen mal ganz abgesehen. Der hat eine Show angezogen und sprintet Kopfüber die Wand hinunter.

Geil.

Bin mit offenem Mund dagestanden.

Dann kann es ja weitergehen. Durch kleine Tunnel krabbeln. Da darf man echt keine Platzangst haben. Durch Wasserfälle durchspringen. Insgesamt drei bis vier Abseilungen. Die einfach nur absolut geil waren.

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Soviel Adrenalin in zwei Stunden. Da bekommt man was für sein Geld. Vor allem waren alle Abseilungen total verschieden.

Einmal muss man erstmal durch eine Felsspalte durch. Das andere mal muss man erstmal einen kleinen Kamin mit Händen und Füßen an den Seitenwänden abstützend herunterklettern um sich dann auf eine fünf Zentimerter Kante zu stellen und unter einem und über einem das Wasser vorbei rauscht.

Etwas bei der Hälfte krabbelten wir durch einen längeren Tunnel um dann in einer kleiner Höhle Pause zu machen.

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Jetzt war die Zeit die Stirnlampen auszumachen und einfach an die Decke zu schauen.

Wie viele kleine leuchtenden Sterne hängen sie da an der Decke.

Glühwürmchen.

Hunderte Glühwürmchen.

Atemberaubend schön.

Ich weiß nicht wie tief wir sind. Es fühlt sich nach hunderten Metern an. Langsam laufe ich geduckt, teilweise auf dem Bauch liegend, krabbelnd durch die Schächte weiter. Bis wir an einer Steilwand sind, die wir erklimmen müssen. Mega geil.

Ein paar Meter danach kam es mir so bekannt vor. Irgendwie war ich doch an dieser Stelle schonmal. Ja tatsächlich. Das ist die Stelle der ersten großen Abseilung. Doch wir laufen daran vorbei und müssen nun über Leitern, natürlich immer gesichert, die restlichen Höhenmeter nach oben erklimmen, bis wir dann das Tageslicht erblickten.

Stunden voller Adrenalinräusche lagen hinter mir.

Absolut genial.

MAORI – eine intime Aufnahme in ihre Familie

Von Waitomo ging es gemächlich weiter Richtung Rotorua um an einem nahegelegenden See an einer Maori Kulturnacht teilzunehmen. Die Nacht werden wir im Marae verbringen. Dem heiligen Versammlungshaus der Maori.

Da das eine nicht kommerzielle Veranstaltung ist bekommen wir einen tieferen Einblick als bei den kommerziellen extra für Touristen angelegten Stätten.

Kurz vorher kommen wir an den Okere Falls vorbei. Das ist mit 7m Höhe der höchste kommerziell beraftete Wasserfall der Welt. Das muss man sich mal vorstellen. Sieben Meter mit dem Raft in die Tiefe stürzen und nicht zu wissen ob man es schafft oder sich um die eigene Achse dreht. Schon spektakulär. Rafting. Muss ich unbedingt noch machen.

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Als wir dann auf dem Maori Gebiet ankommen werden wir herzlich empfangen und gleich mal in die verschiedenen Kulturangewohnheiten eingewiesen. Frauen sind erstmal höher gestellt als Männer, da sie Kinder gebären können. Ich möchte hier jetzt keine Feminismus Debatte auslösen. Ich gebe nur das wieder was ich gelernt habe.

Wir werden mit einem maorischen Gebet empfangen.

Die Frauen gehen als erstes den Weg zum Versammlungshaus entlang. Wir Männer direkt dahinter.

Auf halben Weg halten wir und verharren der Stille um den Toten und Ahnen zu gedenken.

Gänsehaut.

Nachdem wir gebannt und still weiter Richtung Haus laufen merkt man schon wie sich langsam die Stimmung in Erstaunen und Respekt umwandelt.

Im Marea werden wir mit einem weiteren Gebet und Gesang empfangen um uns in ihre Familie aufzunehmen.

Danach kommen wir zu einer intimeren Angelegenheit. Dem Hongi. Bei diesem traditionellen Maori Begrüßungsritual gibt man sich die rechte Hand und sagt dabei Kio ora (ausgesprochen wird das [kĩora] und heißt soviel wie Hallo, willkommen, danke), danach lehnt man den Kopf nach vorne und stupst zweimal sanft Nase an Nase.

Das hat eigentlich den Hintergrund den Lebensatem zwischen zwei sich zum ersten Mal begegnenden Menschen auszutauschen.

Ziemlich intim was.

Danach folgt das Essen und man ist somit in ihre Familie aufgenommen.

Danach beginnt das kleine Kulturprogramm mit Tanz, Gesang, kleiner Waffenkunde, Kriegstanz und wir dürfen sogar selbst aktiv werden. Spannend.

Die Mädels lernen den traditionellen Tanz der Frauen genannt Poi und wir Männer den traditionellen Kriegstanz, den Haka, allerdings nur die kurze Version welche die All Blacks vor ihren Spielen vorführen. Die Rugby Nationalmannschaft Neuseelands wird “All Blacks” genannt. Was ja nicht minder eindrucksvoll ist.

Jede dieser geschnitzten Skulpturen, die an der Wand hängen, hat seine eigene Bedeutung. Wir dürfen auch nur vom vorderen Teil Fotos machen, da der hintere Teil Bilder von den Toten enthält. Ehrfürchtig schlafe ich langsam im Marea ein.

Am nächsten Morgen sehe ich erst an welchem malerischem See ich eigentlich genächtigt hatte.

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Geil.

Hobbiton – da wo die Hobbits durch die Gegend pfeifen

Auf den Tag heute freue ich mich schon wahnsinnig. Hobbiton. Runde Türen. Kleine Höhlen. Soviel brauche ich gar nicht erzählen. Es ist total beeindruckend über die kleinen Pfade zu laufen die Bilbo und Frodo schon ausgetreten haben.

Die Tour hat 110$ gekostet mit Transport von Rotorua nach Matamata. Man kann Hobbiton leider nicht alleine erkunden, sondern muss immer eine geführte Tour buchen. Verstehe ich auch. So haben sie doch ein wenig Kontrolle über die Meute die sich durch das Gelände wälzt.

Wenn man ich sag mal an der Kasse ankommt sieht man von Hobbiton Gelände eigentlich noch gar nichts. Peter Jackson wollte dass man das Set von der Straße aus nicht sieht. Oder war es andersrum. Ist ja auch egal. Man hat eine Anfrage an den Staat zur Kostenübernahme gestellt. Doch es war kein Budget da, somit konnte die Straße erstmal nicht gebaut werden.

Bis jemand kam auf die schlaue Idee kam die Armee die Straße bauen zu lassen. Die bräuchten das als Übung. So hat also die Armee Neuseelands die Straße nach Hobbiton gebaut.

Echt interessant.

Vor der Tour kann man sich noch schön im Souvenirladen mit allen möglichen Dingen eindecken.

Dann wird man mit einem Bus zum Eingang von Hobbiton gefahren. Ja alles zeitlich abgestimmt.

Alle 30 Minuten eine Tour.

Schon der Eingang lässt einen in weite Ferne schweifen und in Auenland abtauchen. Es sieht einfach nur malerisch schön aus. So kurvenreich. Wie als ob es schon immer so war und immer sein wird.

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Man geht den Weg entlang den Bilbo entlang rennt wenn er in sein großes Abenteuer aufbricht.

Wenn man dann langsam um die Ecke biegt und zum ersten mal die Hobbithöhlen erblickt die sich in die Landschaft einschmiegen und sich umblickt und die strahlenden Blicke um einen herum sieht. Genau dann weiß man, dass man im Traumland angekommen ist.  Der Anblick ist der absolute Wahnsinn.

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Ob ich auch diesen Blick auf dem Gesicht gehabt habe? Bestimmt.

Hier wird immer noch alles gepflegt und gehegt. Kürbisse angebaut. Gemüse. Sogar frische Wäsche wird hier aufgehängt. Okay das jetzt nicht mehr. Das wurde tatsächlich zu den Dreharbeiten von den Herr der Ringe und den Hobbit Filmen immer gemacht.

Frische nasse Wäsche.

Damit es auch echt aussieht. So hat es Peter Jackson gewünscht.

Wenn man dann den Blick weiter in die Ferne schweifen lässt, kann man oben auf dem Hügel Bilbos Wohnhöhle erblicken. Mit dem grünen Baum, der nicht echt ist, sondern aus Stahl und nicht echten Blättern besteht. Die zweimal von Studenten bemalt werden mussten, da Peter die Grüne Farbe nicht gefallen hat.

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Die Sonne scheint.  Der Himmel ist blau mit leichten Wolken behangen.

Ich stehe an jeder Ecke und mache Fotos.

Sauge alles in mich auf.

Jeden Grashalm.

Jede Vogelscheuche.

Die kleinen Schnitzereien. Es ist alles so detailiert. Das sieht man in den Filmen gar nicht so detailliert. Die Briefkästen die vor den Höhlen hängen. So ausgearbeitet. Sogar der Hufeisenschließmechanismus der Pforten funktioniert.

WOW

Wieviel Aufwand und Liebe in jedes kleine Detail gesteckt wurde. Es sieht einfach so unglaublich echt aus. Sogar das Moos an den kleinen Zäunen und das ist nichtmal echt. Denn das besteht hauptsächlich aus Joguhrt. Wenn man dann sogar noch die Vögel in den winzig kleinen Vogelkästen sieht, dann ist alles um einen geschehen.

Okay, einzig die Leute um einen herum lassen einen nicht in die weite Tiefe des Auenlandes abdriften.

Langsam beweg sich der Tross auf Bilbos Höhle zu. Doch vorher dürfen wir noch Fotos von uns in den zwei Hobbithöhlen machen. Leider kann man nur die Türen öffenen und sieht nichts dahinter.

Nur eine Illusion.

Aber dem Fan ist ja jede Möglichkeit Recht den Hobbit rauszuhängen, um sich dann aber auch in jeglicher Position ablichten zu lassen.

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Da steh ich dann.

Vor Bilbos Höhle.

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Lili hat sich natürlich mit ihrer GoPro durch die Tür geschlichen. Wurde aber sogleich vom gefühlt kilometerweit entfernten Tourguide zurückgepiffen.

Kein Zutritt außer in Party-Angelegenheiten. Ist halt doch so wie es auch auf dem Schild steht.

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„No admittance except on party business.“

Wenn man dann von Bilbos Höhle aus wieder zurück ins kleine beschauliche Dorf schaut sieht man den große Festbaum unter welchem Bilbo seinen 111 Geburtstag gefeiert hat.

Wenn es nach dem Landbesitzer ginge wäre der Baum nämlich abgeholtzt worden. Doch Peter Jackson und seine Crew entdeckten genau diesen Baum auf ihren vielen Rundflügen um einen geeigneten Platz für das Auenland zu suchen. Sie entschlossen sich dann auch genau wegen diesem Baum das Hobbitdorf hier aufzubauen.

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Welch ein Glück, denn so können wir die perfekt dafür gemachte malerische Landschaft genießen in den Filmen genießen.

Wenn man dann unter dem Baum steht und den Blick ein wenig nach Rechts schweifen lässt entdeckt man hinter dem kleinen See das Gasthaus „Zum Grünen Drachen“. Wer die Filme und Bücher gelesen hat, weiß natürlich gleich was das Gasthaus für eine Rolle spielt.

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Dorthin mache ich mich dann auch zum Abschluss der Tour auf ein kühles Auenlandbier hin auf.

Im Schatten des stilecht eingerichteten Drachen lasse ich mit den Mädels die Tour ausklingen.

Denn man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist oder war es genau andersrum? Ich glaube ja andersrum, denn warum sollte man denn aufhören wenn es am schönsten ist? Das macht doch absolut keinen Sinn.

Also bis zum nächsten Mal.

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