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Das Lachen des Lebens

Wir schreiben den 01. März im Jahre 2014 und folgendes habe ich heute erlebt liebes Tagebuch.

Heute soll ein schöner Tag werden. Das sagt zumindest die Wettervorhersage und die Leute vom DOC. Voller Vorfreude fuhren wir los.

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Zuerst fuhren wir auf einer Teerstraße den Lake Wanaka entlang. Später wandelte sich die Teerstraße in eine Kiesstraße. Vorbei an Herden von Schafen, Kühen und Rehen durchquerten wir kleine Bäche. Genossen die holprige Fahrt bis zum Parkplatz. Sonnenschein empfang uns. Was für eine klare Sicht auf die Berge.

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Vom Parkplatz aus liefen wir durch eine mit Schafen und Kühen gespickte Landschaft. Dann eröffnete sich mir eine Sicht auf eine Landschaft, die aus einem Bilderbuch stammen könnte. So etwas schönes hab ich hier in Neuseeland bisher noch nicht gesehen. Kilometerweite unberührte Wiesen voller gelb blühender Blumen. Atemberaubend. Mir stockte der Atem. Das müsst ihr mal sehen. Ich war zum ersten Mal richtig begeistert von Neuseeland.

 

Vorbei an der Mt. Aspiring Hut. Dort machten wir kurz Mittag. Kurze Stärkung für den mühsamen Aufstieg zur Liverpool Hut. Kurz nachdem wir den Aufstieg zur Hütte begonnen hatten kam uns ein Ranger des DOC entgegen und fragte uns was wir hier machen. Fragend blickten wir uns an. Sie riet uns mit allen Mitteln davon ab weiter zur Liverpool Hut aufzusteigen und dort zu nächtigen. Eisstürme, Regen und Eiseskälte soll uns dort über Nacht erwarten. Vielleicht könnten wir sogar am nächsten Tag nicht wieder absteigen, so krass soll es werden. Nach einigen Fragen und hin und her entschlossen wir uns, kehrt zu machen und in der Mt. Aspiring Hut zu übernachten.

 

Da es auf dem Abstieg an einer Stelle scheisse rutschig war bin ich natürlich ausgerutscht, hab mich gleich mal überschlagen und bin den Abhang hinuntergerutscht. An einem Baum konnte ich mich dann festhalten. Dave war gleich zur Stelle und half mir auf. Keine Ahnung wie ich das unverwundet überstehen konnte. Keinen Kratzer abbekommen. Nichts. Ich musste so lachen. So lachen. Dave schaute mich total entgeistert an. Seit ich in Neuseeland bin, erlebe ich Sachen sag ich euch. Dass ich überhaupt noch lebe. Krasser Scheiss. Und das witzige ist ja, nach solchen Dingen spürt man das Leben in sich pulsieren. Ihr denkt jetzt ich sei Irre. Nein. Okay, vielleicht ein bisschen, aber sind wir das nicht alle?

 

Bei der Mt. Aspiring Hut angekommen hat uns dann der Ranger darauf hingewiesen, dass unser Hüttenticket nicht für diese Hütte gelten würde und wir 25$ für die Nacht bezahlen müssten. Ja genau, dachten wir uns. Nach einer kurzen Diskussion untereinander entschlossen wir uns, trotz unserer müden und trägen Füße, zurück zum Parkplatz zu laufen. Wir hatten einen vier bis fünf Stunden Weg vor uns und es konnte jederzeit anfangen zu regnen. Tolle Aussicht was :D

 

Unterwegs diskutierten wir noch darüber, wo wir denn heute Nacht pennen sollen. Wenn alles gut geht, sind wir bis um 20 Uhr am Parkplatz. Die Sonne geht um 21 Uhr unter. Zur Auswahl standen: Zelten auf den Wiesen am Parkplatz. Auf einer Farm fragen, ob wir dort zelten dürfen oder zurück nach Wanaka fahren und hoffen dass es noch Betten in einem Hostel gibt. Irgendwie konnten wir uns auf nichts einigen.

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Der Rückweg zum Parkplatz zog sich stundenlang hin. Am Parkplatz angekommen waren wir so fix und fertig, dass wir uns entschieden hier zu Campen. Alles in allem haben wir heute zehn Stunden Fußmarsch und 30km Weg hinter uns gebracht. Ich war noch nie so fertig. Das sag ich in letzter Zeit echt oft. Irgendwie steigert sich das auch jedes mal immer weiter.

Nachdem es schon 21 Uhr war bauten wir unsere Zelte auf der Grünfläche beim Parkplatz auf. Da Dave am nächsten Tag die Westküste Richtung Blenheim hochfährt und ich mit dem Stray Bus weiter Richtung Queenstown fahre, war das heute unser letzter Abend zusammen. Wir kredenzten unser letztes Abendmal zusammen. Wir warfen einfach alles in den Kochtopf was wir noch übrig hatten. Es war ein sehr, sehr leckeres und angenehmes Abendessen.

 

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